Diagnose Morbus Crohn

Morbus Crohn ist ein Monster Morbus Crohn ist ein Monster

Lesedauer: 06:00 Minuten

Morbus Crohn ist eine von zwei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Sie tritt üblicherweise in der späten Kindheit oder im frühen Erwachsenenalter auf. Erste Anzeichen der Erkrankung können sich auch schon im frühen Kindesalter zeigen.1

Morbus Crohn kann im gesamten Verdauungstrakt auftreten, also vom Mund bis zum After. In den meisten Fällen sind entweder der letzte Dünndarm-Abschnitt, der Dickdarm oder beide Darmabschnitte gleichzeitig betroffen. Gesunde und erkrankte Bereiche können sich abwechseln. In den betroffenen Bereichen können neben der entzündeten Schleimhaut auch alle Wandschichten des Darms erkrankt sein.3

Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen

Bei jungen Patient:innen zeigt sich Morbus Crohn oft in Form von abdominellen Schmerzen, Gewichtsverlust und chronischer Diarrhö. Begleitend dazu kann Blut im Stuhl auftreten.2 Sollte bei der Untersuchung Ihrer jungen Patient:innen Verdacht auf Morbus Crohn bestehen, ist eine weitere ärztliche Diagnostik durchzuführen.

Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig. Um Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen sicher zu diagnostizieren, sind verschiedene Untersuchungen erforderlich.4

Ursachen: Woher kommt Morbus Crohn?

  • Welche Ursachen zu Morbus Crohn führen, kann bislang nicht eindeutig bestimmt werden.
  • Morbus Crohn tritt vielfach in Familien auf, also ist das Risiko einer Erkrankung höchstwahrscheinlich durch genetische Veranlagung erhöht.
  • Die Erkrankung kommt in westlichen Industrieländern häufiger vor als in Entwicklungsländern. Wissenschaftliche Begründungen dafür werden immer noch diskutiert.
  • Eine ungünstige Zusammensetzung der Mikrobiota oder Störung des Immunsystems sowie Infektionen, Umwelteinflüsse, oder falsche Ernährung können chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn auslösen.
  • Lebensstilfaktoren wie psychische Belastung oder Stress können den Krankheitsverlauf von Morbus Crohn negativ beeinflussen.

Die Ursachen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung sind bislang nicht endgültig geklärt. Die zunehmend westliche Ernährung ist ein möglicher Einflussfaktor für die Entstehung von Morbus Crohn. 4 Weitere mögliche Auslöser können genetische Faktoren sowie Umwelt- und/ oder Lebensstilfaktoren sein. 3

Woran erkennt man Morbus Crohn?

Morbus Crohn ist eine von zwei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Sie tritt üblicherweise in der späten Kindheit oder im frühen Erwachsenenalter auf. Erste Anzeichen der Erkrankung können sich auch schon im frühen Kindesalter zeigen.1

Morbus Crohn kann im gesamten Verdauungstrakt auftreten, also vom Mund bis zum After. In den meisten Fällen sind entweder der letzte Dünndarm-Abschnitt, der Dickdarm oder beide Darmabschnitte gleichzeitig betroffen. Gesunde und erkrankte Bereiche können sich abwechseln. In den betroffenen Bereichen können neben der entzündeten Schleimhaut auch alle Wandschichten des Darms erkrankt sein.3

Wie wird Morbus Crohn diagnostiziert?

Führen Sie zu Beginn ein Gespräch mit den Eltern Ihrer jungen Patient:innen durch, um die Krankheitsgeschichte mit Symptomen, Beschwerden und mögliche Ursachen zu erfragen und andere Krankheiten wie Blinddarmentzündungen abzugrenzen. Mit körperlichen Untersuchungen, wie Abtasten des Bauches oder des Afters, können Sie schmerzhafte Verhärtungen im Bauchbereich oder Fisteln oder Abszesse im After feststellen.

Nach der Anamnese und der Tastuntersuchung folgen weitere ärztliche Diagnostiken, die auf die Diagnose Morbus Crohn hinweisen.

  • Labordiagnostik (mit Stuhlstudien oder Blutunteruschungen)
  • Endoskopische Verfahren wie Magen- und Darmspiegelung
  • Bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT und CT-Scan

Verfahren zur Untersuchung von Morbus Crohn

Diagnose Morbus Crohn: Fragebogen für Eltern

Wie können Eltern Morbus Crohn bei ihren Kindern erkennen? Dieser Fragebogen bietet betroffenen Eltern eine einfache Hilfestellung. Die 10 Fragen geben einen Hinweis darauf, ob eine mögliche Morbus Crohn-Erkrankung bei ihren Kindern besteht. Wenn mind. eine Frage im Bereich 1 – 6 und eine Frage 7 – 10 mit „Ja“ beantwortet wurde, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit und der Kontakt zum Arzt muss gesucht werden.

Fragebogen

  1. Besteht/bestand länger als 4 Wochen Durchfall oder Episoden von Durchfällen?
  2. Bestehen/bestand länger als 4 Wochen Magenschmerzen oder Episoden von Magenschmerzen?
  3. Besteht/bestand regelmäßig oder über mehr als 4 Wochen Blut im Stuhl?
  4. Bestehen/bestand nachts Bauchschmerzen oder Durchfall?
  5. Besteht/bestand regelmäßig oder wiederholt über mehr als 4 Wochen schmerzhafter Stuhlgang?
  6. Bestehen/bestanden Fisteln oder Abszesse im Analbereich?
  7. Besteht/bestand ein allgemeines Unwohlsein, Gewichtsverlust oder Schwäche?
  8. Bestehen/bestanden Gelenkschmerzen, Augenentzündungen oder spezifische Hautveränderungen (z. B. Erythema nodosum)?
  9. Liegt Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa innerhalb der Familie vor?
  10. Können Durchfall-Erkrankungen aufgrund von Fernreisen, Infektionen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Medikamenteneinnahme (NSAR/Antirheumatika und Antibiotika) ausgeschlossen werden?

Service und Kontakt

Wir sind für Sie und Ihre Patient:innen da:

phone icon Infotelefon: 0800 664 7237 (kostenfrei)
Mo.-Do.: 9-17 Uhr Fr.: 9-15 Uhr
mail icon E-Mail: info@pediatric-healthcare.de
E-Mail ModuLife®: ModuLife.NHS@de.nestle.com

Quellen:

  1. Koletzko S et al. Hygienehypothese: Schlüssel zur Ätiologie und Pathogenese von CED? Monatsschr. Kinderheilkd. 2010. 158: 759–765.
  2. Rosen MJ, Dhawan A, Saeed SA. Inflammatory Bowel Disease in Children and Adolescents. JAMA Pediatr. 2015;169(11):1053–1060.
  3. Terjung, B. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen - Grundlagen, Neues zur Diagnostik und Therapie. Ernährungs Umschau Sonderheft: Ernährungsmedizin und Diätetik 2020, 2, pp. 28-39.
  4. Buderus, S et al. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen bei pädiatrischen Patienten - Charakterisierung von neuerkrankten Patienten aus dem Register CEDATA-GPGE. Deutsches Ärzteblatt 2015; 112(8): 121-126.
  5. Levine A et al. Crohn's Disease Exclusion Diet Plus Partial Enteral Nutrition Induces Sustained Remission in a Randomized Controlled Trial. Gastroenterology 2019. 157(2):440-450.
  6. Gasparetto M et al. Crohn´s disease and growth deficiency in children and adolescents. World J Gastroenterol 2014. 20(37):13219-13233.
  7. Verburgt MC et al. Nutritional Therapy Strategies in Pediatric Crohn’s Disease; Nutrients 2021. 13, 212.
  8. Navas-López VM et al. Prescripiton of Enteral Nutrition in pediatric Crohn's disease in Spein. Nutr Hosp 2014. 29 (3): 537-46.
  9. Rheenen P et al. The Medical Management of Paediatric Crohn’s Disease: an ECCO-ESPGHAN Guideline Update. Journal of Crohn's and Colitis, 2021. 171–194.
  10. Conrad MA et al. Pediatric Inflammatory Bowel Disease. Pediatr Clin N Am 2017. 64 : 577–591.
  11. Miele E et al. Nutrition in Pediatric Inflammatory Bowel Disease: A Position Paper on Behalf of the Porto Inflammatory Bowel Disease Group of the ESPGHAN. J Pediatr Gastroenterol Nutr. 2018. 66(4): 687–708.
  12. IQVIA Marktdaten MAT 08/2022, Pharmascope Sell-Out Morbus Crohn EEN.