Adipositas

Klassifikation, Diagnostik, Prävalenz und Folgeerkrankungen der Adipositas

 

Klassifikation

Die am einfachsten zu bestimmende und auch in der Wissenschaft gebräuchliche Methode zur Klassifizierung der Adipositas ist der Body Mass Index (BMI, Körpermassenindex). Zur Berechnung wird das Körpergewicht in Kilogramm durch die Körperlänge in Meter zum Quadrat dividiert.

 

Dieser Wert korreliert selbst bei Kindern und Jugendlichen (BMI - SDS) in einem weiten Bereich mit dem Körperfettgewebe. Für die einfache Berechnung in der Praxis haben sich BMI-Tabellen bewährt. Auf diesen kann anhand von Gewicht und Größe der eigene BMI-Wert abgelesen werden. Im Einzelfall müssen für die Bewertung des errechneten BMI auch Geschlecht, Alter und Konstitution herangezogen werden.

 

Diagnostik

  • Bestimmung von Körpergröße, aktuellem Gewicht, BMI
  • Bestimmung der Fettverteilung (Ein Taillenumfang bei Frauen > 88 cm und bei Männern > 102 cm bedeutet abdominale Fettverteilung und erhöhtes metabolisches Risiko)
  • WHR (waist to hip ratio)
  • Begleiterkrankungen (z.B. Arthrose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2, Hyperlipidämie/Fettstoffwechselstörungen)
  • Blutdruckmessung
  • Lipidstatus, Blutglucose, Harnsäure, TSH-basal (Ausschluss Hypothyreose)
  • Cortisol i. Serum o. Urin (Ausschluss M. Cushing) bei klinischem Verdacht
  • Gewichtsanamnese
  • Ernährungsanamnese (z. B. mit 7-Tage-Protokollen, wie den Ernährungsbegleitern im OPTIFAST®52-Programm)
  • Erhebung von Psycho- und Sozialanamnese
  • Aktivitätsprotokoll
  • Medikamentenanamnese (Psychopharmaka, Lithium, Insulin, Sulfonylharnstoffe, Steroide und Betablocker haben adipogene Wirkung)

 

Prävalenz

Aktuelle Daten zur Prävalenz von Adipositas hat das Bundesgesundheitsamt 2009 publiziert http://www.destatis.de/

  • Körpermaße der Bevölkerung nach Altersgruppen

       Beispiele der Folgeerkrankungen:

  • Herz-Kreislauf-Krankheiten (Herzinfarkt, Hypertonie, Schlaganfall usw.)
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Orthopädische Komplikationen (z.B. Arthrosen, Gelenkbeschwerden)
  • Gallenerkrankungen
  • Hyperurikämie, Gicht
  • Venenleiden
  • Bestimmte Krebserkrankungen
  • Asthma
  • Schwangerschaftskomplikationen, abhängig v. Ausgangsgewicht
  • Lungenembolien
  • Psychische/psychosoziale Komplikationen

 

Therapieindikation 

  • Grundsätzlich bei einem BMI > 30 kg/m²
  • Bei einem BMI von 25 - 30 kg/m² und gleichzeitigem Vorliegen von übergewichtsbedingten Gesundheitsstörungen (z.B. Bluthochdruck)
  • Erkrankungen, die durch Übergewicht verschlimmert werden können (z.B. Arthrose, Hypertonie, Diabetes II)
  • abdominales Fettverteilungsmuster (Bauchumfang: Frauen ≥ 88 cm, Männer ≥ 102 cm)
  • erheblicher psychosozialer Leidensdruck