Kuhmilcheiweissallergie Symptomscore

Säuglingen mit Kuhmilcheiweißallergie kann durch eine schnelle Diagnose geholfen werden

KUHMILCH-INDUZIERTER SYMPTOM-SCORE (CoMiSS)
BEI VERDACHT AUF KUMILCHEIWEIßALLERGIE BEI SÄUGLINGEN

Einfaches, schnell und leicht anzuwendendes Instrument
zur Erkennung der Milcheiweißallergie Symptome bei Säuglingen und Kleinkindern

Was ist CoMiSS?

Das CoMiSS-Instrument wurde in Zusammenarbeit mit 11 klinisch tätigen Ärzten entwickelt, die auf die Behandlung von Kindern mit gastrointestinalen Problemen und/oder atopischen Erkrankungen spezialisiert sind.

Das 2015 in Acta Paediatrica veröffentlichte CoMiSS-Instrument1 fördert die Kenntnis der häufigsten Symptome einer Milcheiweißallergie und kann so eine frühzeitige, genaue Diagnose erleichtern. CoMiSS trägt auch dazu bei, falsch-positive oder falsch-negative Diagnosen bei Kuhmilch-induzierten Symptomen zu minimieren sowie die Entwicklung von Symptomen während einer ernährungstherapeutischen Intervention zu beurteilen und zu quantifizieren. Bitte beachten Sie, dass CoMiSS KEIN diagnostischer Test auf Kuhmilcheiweißallergie (KMPA) ist. Er ist kein Ersatz für einen oralen Provokationstest. Der Nutzen des Instruments muss durch eine prospektive randomisierte Studie evaluiert werden.

CoMiSS ist für Ärzte in der Primärversorgung bestimmt, die oft unter Zeitknappheit leiden und daher ein Instrument benötigen, das einfach, schnell und leicht anwendbar ist.

 

DAS CoMiSS-INSTRUMENT

 

Die meisten Patienten mit offensichtlicher Kuhmilcheiweißallergie, z. B. solche mit anaphylaktischen Reaktionen oder IgE-vermittelten Sofortreaktionen, werden vom CoMiSS-Instrument nicht erfasst. Bei der Mehrheit der Säuglinge liegen jedoch nicht-IgE-vermittelte Reaktionen auf Kuhmilcheiweiß vor. Diese Säuglinge sind schwer zu indizieren, da bei ihnen verzögerte Reaktionen auftreten, die häufig von mittlerem bis leichtem Schweregrad sind und unterschiedliche Organsysteme betreffen können.

Funktionelle gastrointestinale Symptome wie Spucken und Erbrechen, Obstipation, unaufhörliches Schreien ohne erkennbaren Grund und Koliken gelten als nicht-IgE-vermittelte Reaktionen. Ein atopisches Ekzem wird häufig nicht als mögliche Folge des Verzehrs von Kuhmilcheiweiß erkannt.

 

VERWENDUNG VON CoMiSS IN DER KLINISCHEN PRAXIS

 

Mithilfe von CoMiSS können die Anzahl und der Schweregrad von Milcheiweißallergie Symptomen quantifiziert werden.

Verdacht auf „Kuhmilch-induzierte Symptome“ bei Vorliegen einer Kombination der folgenden Symptome:

ALLGEMEINES UNWOHLSEIN
Andauerndes Unwohlsein oder Kolik (≥ 3 Stunden pro Tag Jammern/Unruhe) mindestens 3 Tage/Woche für > 3 Wochen.

GASTROINTESTINALE-SYMPTOME
Häufige Regurgitation, Erbrechen, Diarrhö, Obstipation (mit/ohne perianalem Ausschlag), Blut im Stuhl.

ATEMWEGSSYMPTOME
Laufende Nase, (Otitis media), chronischer Husten, pfeifende Atmung (nicht infektionsbedingt).

HAUTSYMPTOME
Atopische Dermatitis, Angioödem, Urtikaria, die nicht mit akuten Infektionen zusammenhängt, auf Medikamenteneinnahme zurückzuführende Symptome.

 

HINTERGRUND: MIT KUHMILCHVERZEHR ZUSAMMENHÄNGENDE SYMPTOME

 

Viele Säuglinge weisen Symptome auf, die mit dem Verzehr von Kuhmilch zusammenhängen können. Kuhmilcheiweißallergie (KMPA) wird jedoch als Ursache oft nicht in Betracht gezogen, vor allem, da es keinen spezifischen diagnostischen Marker gibt.

 

Es gibt zwei Patientengruppen:
- Patienten mit offensichtlicher KMPA
- Patienten mit unklaren Symptomen in verschiedenen Organsystemen

Die erste Gruppe ist leicht erkennbar:
- besteht hauptsächlich aus Säuglingen mit Sofort-/Akutreaktionen
- meist IgE-vermittelt

Diese Gruppe repräsentiert jedoch eine Minderheit aller Säuglinge, bei denen Ärzte einen Verdacht auf kuhmilchinduzierte Symptome haben.

Eltern geben in vielen Fällen einige oder alle der folgenden Symptome einer Milcheiweißallergie an:
- Säugling schreit, hat „Kolik“
- Schwierige Defäkation oder 2 bis 3 Mal dünner Stuhlgang pro Tag
- Spuckt 4 bis 6 Mal pro Tag
- Vereinzelte Stellen leichter atopischer Dermatitis

Da es für KMPA keinen diagnostischen Test (außer dem Provokationstest) gibt, kann ein Instrument für Ärzte zum Erkennen kuhmilchinduzierter Symptome das Bewusstsein und die Kenntnis von möglicherweise durch den Verzehr von Kuhmilch bedingten Symptomen verbessern, so dass frühzeitig eine genaue Diagnose gestellt werden kann.

 

SYMPTOME EINER KMPA

 

Die Mehrzahl der betroffenen Kinder weist ein oder mehrere Symptome auf, die ein oder mehrere Organsysteme betreffen, vor allem den Gastrointestinal-Trakt oder die Haut.2, 3

Die Mehrzahl hat mindestens zwei Symptome und zwar in mindestens zwei Organsystemen.3

Etwa 50 %-70 % haben Hautsymptome, 50-60 % Gastrointestinale-Symptome und etwa 20-30 % Atemwegssymptome.4

 

1.Vandenplas Y, Dupont C, Eigenmann P, Host A, Kuitunen M, Ribes-Koninckx C, Shah N, Shamir R, Staiano A, Szajewska H, Von Berg A. A workshop report on the development of the Cow’s Milk-related Symptom Score awareness tool for young children. Acta Paediatrica. 2015; 104: 334-9.
2. Lifschitz C, Szajewska H. Cow’s milk allergy: evidence-based diagnosis and management for the practitioner. Eur J Pediatr. 2015;174:141-50.
3. Høst A. Cow’s milk protein allergy and intolerance in infancy. Some clinical, epidemiological and immunological aspects. Pediatr Allergy Immunol 1994; 5(5 Suppl): 1-36 4. Vandenplas Y, Koletzko S, Isolauri E, Hill D, Oranje A, Brueton M, Staiano A Dupont C. Guidelines for the diagnosis and management of cow’s milk protein allergy in infants. Arch Dis Child. 2007;92:902-8.